Die biologische Schädlingsbekämpfung durch Nützlinge eignet sich
für Biobetriebe besonders, da keine Nebenwirkungen auftreten. Ein Massenbefall
lässt sich durch die Nützlinge nicht beseitigen. Die Nützlinge
müssen daher vorbeugend und kontinuierlich im Betrieb ausgebracht werden.
In Deutschland werden derzeit zwei Schlupfwespenarten zur Bekämpfung von Lebensmittelmotten kommerziell eingesetzt. Eine dritte Art wird zur Bekämpfung von Kornkäfern in Getreide getestet.
"Die Raubwespen sind eine biologische Alternative zu den chemischen Insektiziden und für den Menschen vollkommen ungefährlich. Bislang wurden Motten meist mit Pyrethroiden bekämpft. Die Wirkung dieser langlebigen und umstrittenen synthetischen Stoffe sei zwar garantiert, doch könnten Rückstände an Lebensmittelverpackungen möglicherweise ein Gesundheitsrisiko darstellen. Seit vier Jahren erforschen sie die Ernährungsgewohnheiten von Schlupfwespen. Als für die Mottenbekämpfung am besten geeignet erwies sich schließlich die Art Trichogramma evanescens.
Die winzigen Tiere - ein Stecknadelkopf ist dreimal so groß wie eines
von ihnen - entwickeln sich in Motteneiern. Das Trichogramma-Weibchen legt mit
Hilfe seines stachelähnlichen Legebohrers das eigene Ei in dem Mottenei
ab. Von dessen Inhalt ernährt sich die Schlupf - wespenlarve. Aus solchen
Eiern schlüpft dann keine Mottenlarve, sondern eine Wespe, die ihrerseits
wieder Motteneier aufspürt und unschädlich macht.
Am Institut für Vorratsschutz der BBA testeten die Wissenschaftler die
Einsatzmöglichkeiten für Trichogramma - Wespen zur Mottenbekämpfung
in großen Getreidesilos, im Lebensmittel - handel und in privaten Haushalten.
Die biologische Mottenbekämpfung ist einfach:
Die Schlupfwespen werden im Puppenstadium auf kleinen Pappkärtchen geliefert,
die in der Nähe der Vorräte aufgehängt werden. Auf einem Kärtchen
sind etwa 2 000 Motteneier auf-geklebt, in denen sich die verpuppten Wespen
in verschiedenen Entwicklungsstadien befinden. Wenn sie sich aus den Eiern genagt
haben, machen sie sich sofort auf die Suche nach einem "Wirt".
Sobald der Mottenbefall getilgt ist stirbt die Schlupfwespenpopulation zwecks Nahrungsmangels ab, tote Schlupfwespen einfach aufsaugen.
Der Einsatz der Mehlmottenschlupfwespe Habrobracon hebetor kann den
Einsatz der Erzwespe Trichogramma evanescens sinnvoll ergänzen.
Im Gegensatz zur Erzwespe parasitiert die rund 4 mm große Mehlmottenschlupfwespe
die Larven und nicht die Eier der Motten. Sie ist flugfähig und hat deshalb
einen größeren Aktionsradius als die Erzwespe. Da die Brackwespe
in unseren Breiten auch im Winter aktiv ist, kann sie die Gespinste der überwinternden
Motten vernichten. Die Brackwespe wird vor allem in Mühlen und Getreidelagern
eingesetzt. Sie dringt bis zu 30 cm in Schüttgetreide ein und parasitiert
dort die Wanderlarven der Lebensmittelmotten
Die Brackwespe wird wie die Schlupfwespe über Nützlingseikarten ausgebracht. Auf einem Kärtchen sind etwa 2.000 Nützlingseier aufgeklebt.
Häufig ist im Betrieb das fachliche Wissen hinsichtlich der Falleninstallation nicht vorhanden. Es ist daher ratsam, mit der Erstinstallation der Nützlingskärtchen eine Fachfirma zu beauftragen. Diese erkennt die gefährdeten Betriebsbereiche und bringt die Nützlingskärtchen dort entsprechend an. Häufig wird auch ein Wartungsservice angeboten, damit das regelmäßige Auswechseln der Kärtchen nicht vergessen wird. Die Fachfirmen geben zudem Informationen, wie der Nützlingseinsatz gegenüber den Überwachungsbehörden erklärt werden kann.
Die Eignung für den kommerziellen Einsatz der Erzwespe Lariophagus distinguendus zur Bekämpfung des Kornkäfers wird derzeit getestet. In Schüttgetreide dringen die Wespen bis zu vier Meter tief ein. In Versuchsreihen wurde nachgewiesen, dass die Weibchen 200 befallene Körner zwischen 600 Mio. unbefallenen Körnern aufspüren konnten. Neben Kornkäfern werden von L. distinguendus auch eine Reihe weiterer vorratsschädlicher Käfer befallen (z.B. Tabakkäfer, Brotkäfer).
[ Kontakt | Impressum | AGBs | OnlineSHOP ]
RA.BE-Hygiene GmbH - Hochstraße 114 - D - 45661 Recklinghausen
Telefon
02361/5822774 - Telefax
02361/3027022 - E-Mail info@RA.BE-Hygiene.de